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1854

13.

Adolf Friedrich von Schack

All die Gedanken und Gefühle, Die sich im Herzen mir gehäuft, Wenn nach des Julitages Schwüle Der erste Tau herabgeträuft

Und zu mir aus dem Lindengange Der Duft herstob im Abendwehn, Im Herzen wahrt' ich still sie lange, Allein ich wußte nicht, für wen.

Was ich empfand, wenn mir zu Häupten Der große Sternenhimmel hing, Und übern Mund der schlafbetäubten Natur nur leises Murmeln ging,

Was bei der Lerchen Frühgesängen, Wenn rein die Frühlingslüfte blaun: Es wollte mir den Busen sprengen, Doch keinem mocht' ich es vertraun.

Seit ich dich fand – o Heil dem Tage! – Erst steigt aus meines Herzens Gruft Der Mitternächte stumme Klage Mit der begrabnen Lenze Duft;

Und all der Sommermorgen Wonnen, Der goldnen Abendstunden Lust, Noch glüh'nd im Strahl versunkner Sonnen, Ausström' ich nun in deine Brust!

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