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1798

7. Schnitter-GesangFußnoten

Johann Gaudenz von Salis-Seewis

Geschärft sind schon die Sicheln; Die Wagen sind bestellt: Hinaus! hinaus ins Feld! Die gelben Ähren zittern

Und winken schon den Schnittern; Zur Ernte ist es Zeit; Auf! alles ist bereit! Zur Ernte ist es Zeit;

Wir alle sind bereit! Die jungen Binderinnen Sind froh und wohlgemut; Sie schmücken ihren Hut

Mit einer Blumenkrone Von purpurrotem Mohne; Und suchen Tremsen aus Zum blauen Schnitterstrauß;

Und suchen Tremsen aus Zum blauen Schnitterstrauß. Frisch auf! und seid nicht müßig! Heuschreck' und Heimchen schwirrt;

Die blanke Sense klirrt; Die krummen Sicheln blinken; Die schwanken Halmen sinken: Das weite Feld entlang

Erschallt der Mädchen Sang. Das weite Feld entlang Erschallt der Mädchen Sang! Spät, wenn des Abends Schimmer,

Die Stoppeln rötlich malt; Der Mond uns, silbern, strahlt; Wann auf dem hohen Wagen Die goldnen Garben ragen;

Dann eilen wir nach Haus Zum lauten Ernteschmaus. Dann eilen wir nach Haus Zum lauten Ernteschmaus!

Auf unserm Tische blinken Die Kannen, voll von Wein, Und Liebchen schenkt uns ein; Wir scherzen dann und singen,

Wir tanzen dann und springen, Die Geigen tönen laut, Bis daß der Morgen graut. Die Geigen tönen laut,

Bis daß der Morgen graut!

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