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1798

43. Lied zu singen bei einer Wasserfahrt

Johann Gaudenz von Salis-Seewis

Wir ruhen, vom Wasser gewiegt, Im Kreise vertraulich und enge; Durch Eintracht wie Blumengehänge Verknüpft und in Reihen gefügt;

Uns sondert von lästiger Menge Die Flut, die den Nachen umschmiegt. So gleiten, im Raume vereint, Wir auf der Vergänglichkeit Wellen,

Wo Freunde sich innig gesellen Zum Freunde, der redlich es meint! Getrost, weil die dunkelsten Stellen Ein Glanz aus der Höhe bescheint.

Ach! trüg' uns die fährliche Flut Des Lebens so friedlich und leise! O drohte nie Trennung dem Kreise, Der, sorglos um Zukunft, hier ruht!

O nähm' uns am Ziele der Reise Elysiums Busen in Hut! Verhallen mag unser Gesang, Wie Flötenhauch schwinden das Leben:

Mit Jubel und Seufzern verschweben Des Daseins zerfließender Klang! Der Geist wird verklärt sich erheben, Wenn Lethe sein Fahrzeug verschlang.

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