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1798

36. Der Herbstabend

Johann Gaudenz von Salis-Seewis

Abendglockenhalle zittern Dumpf durch Moorgedüfte hin! Hinter jenes Kirchhofs Gittern Blaßt des Dämmerlichts Karmin.

Aus umstürmten Lindenzweigen Rieselt welkes Laub herab, Und gebleichte Gräser beugen Sich auf ihr bestimmtes Grab.

Freundin! wankt, im Abendwinde, Bald auch Gras auf meiner Gruft, Schwärmt das Laub um ihre Linde Ruhelos in feuchter Luft,

Wenn schon meine Rasenstelle Nur dein welker Kranz noch ziert, Und auf Lethes leiser Welle Sich mein Nebelbild verliert:

Lausche dann! Im Blätterschauer Wird es dir vernehmlich wehn: Jenseits schwindet jede Trauer; Treue wird sich wiedersehn!

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