Skip to content
1900

Frühling

Gustav Sack

Nun blühen wieder goldig schwer die Weiden in meinem märzensonndurchglühten Moor, als ob ich in das windzerschlißne Rohr geworfen einen Knäuel gelber Seiden.

Als ob ich meines Winters süße Leiden und seiner Wünsche hadernd lauten Chor gepreßt in diesen feinen Seidenflor, um so von ihnen freundlich mich zu scheiden.

Nun liege ich mit leidbefreiter Seele und schaue ihnen nach aus Rohr und Ried versenkt in sinnende Melancholie, da rauscht's im Schilf, und eh' ich fort mich stehle,

da tanzt sie zu mir, die mich Winters mied, und – hebt kokett ihr Röckchen bis zum Knie.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Frühling · Gustav Sack · Poetry Cove