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1900

Der Schuß

Gustav Sack

Drei wilde Nächte hab ich durchgebracht, Nun häng ich zitternd in der hohlen Stadt, die alle Lichter schon verloren hat vor Regengraus und Sturm – weh! welche Nacht!

All meine Jahre sind hell aufgewacht und haben mir heißhungrig, nimmersatt mein wüstes Trinkerleben Blatt für Blatt auf einem grellen Filmband vorgelacht.

Sie winken mir und grinsen: war's nicht so? umfluten mich und fragen: weißt du noch? und streicheln mich und flüstern: bist du's nicht? Da hallt ein Schuß, laut, scharf, von irgendwo –

der reißt in meinen Film ein schwarzes Loch, daß er entsetzt aufkreischt und – stumm zerbricht.

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Der Schuß · Gustav Sack · Poetry Cove