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Die traurikeit

Hans Sachs

Nachdem die künigin Arsinoe vorhin vil unglücks het erliden, das sie nach wer verschiden

vor leit und traurikeit; In solcher kümmernus kam ein philosophus, die küngin an den orten

zu stillen mit den worten und sprach: „als auf ein zeit Her Jupiter, der gotte, den geistren zam gebote

und teilet in durch ab eim ieglichen sein gab; doch war nit da das trauren, sunder in der stat mauren

es vil zu schaffen het, die gab versaumen tet. Und Jupiter der sprach: wie kumst so lang hernach?

weil ich den geistren eben hab alle gab ausgeben, nichts mer zu geben hab. Ich hab kein gab sunst mere,

allein der toten ere, das ist seufzen und weinen, die wil ich dir vereinen, das du auch habst ein gab.“

Weiter saget der weise: „o weib, wirstu mit fleise eren dein traurikeit mit weinen lange zeit,

so wirts lang bei dir wonen; wirst aber ir nit schonen, sunder verachten sie, so bleibt sie niemer hie.“

Aus dem verstet man wol, das niemant trauren sol zu vil, über die maßen sich überwelting laßen,

das man darin ersauf. Der traurig geist allein verdorrts mark und gebein, des menschen leben kürzet

und in die schwintsucht stürzet nach der nature lauf. Derhalb tu manlich tragen das trauren und ausschlagen,

e es einwurz ins herz mit weinen, seufz und schmerz, weil es kein nutz tut geben, allein krenkt es das leben

mit seinem überfluß – beschreibet Plutarchus.

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