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Der tod im stock

Hans Sachs

Ein einsidel der fand in einem walde ein großen schatz in einem stock, von dem so floch er balde, loff wider dar und hinein gutzt,

nach dem floch darvon wider. Drei mörder hetten dise ding ersehen, kamen, fragten in, was er flöch? er sprach: „ich hab gesehen

in genem stock sitzen den tot.“ in schlugens totlich nider; Meinten, er spottet ir darmit. zum holen stock kamens selb drit,

das sie den schatz ersahen. sie namen golt und schickten in die stat den ein, das er brecht brot und wein; der loff hinein gar spat.

balt er hin kam, die andren zwen ein weil zusamen jahen: „Wan unser gsel hat brot und wein zutragen, so wöllen wir in alle bed

heimlich zu tode schlagen, so bleibet uns beiden das golt zu teilen miteinander.“ Darmit die zwen beschloßen iren rate.

als nun der drit mit wein und brot gieng wider aus der state, da tet er in die flaschen gift, das die zwen beidesander

Stürben, balt einer trünk den wein, auf das der schatz im blieb allein. mit dem kam er gen walde, da in die zwen mordischer weis erschlugen

und in ein wenig von der straß hin in ein gruben zugen und deckten in mit reisig zu; nachdem sie giengen balde

Und zu dem stock ins gras zusamen saßen, namen zu handen brot und wein, frolich tranken und aßen das sie darnach teilten das golt,

wan ir mal het ein ende. So balt sie beide aus den flaschen trunken, da wirkt in in das herbe gift, das sie beid nider sunken

und starben auch, e sie den schatz entpfiengen in ir hende. Also was es ie gar kein spot, das in dem stock wonet der tot,

darob all vier sie sturben. darum spricht Salomo der reichtum gnaden oft irem eigen herren reicht zu verderblichem schaden;

dem reichtum stelt vil unglücks nach, darab ir vil verdurben.

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