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Der pfab mit dem kranich

Hans Sachs

Eins tages het ein pfabe ein kranich geladen zu gast, welcher sich seiner gabe vor dem kranich berümet fast

und warf auf seinen schönen schwanz, Der war guldin gespiegelt, glenzet von farben mancherlei: „die natur hat versiegelt

mich über alle vogel frei, sprach er, durch meins gefiders glanz. Weil du hast solche zierheit nicht dein federn sint schwarz und gröblicht

und dunkel gar an alle zir; mein gab ist weit ob dir.“ Der kranich sprach: „nicht streiten wil ich ob deiner fedren zir;

die natur hat von weiten ein edler gab verlihen mir; das mein gefider fürt mich auf Zu dem gestirne schone

unter des himels firmament bis zu der götter trone, das ich durchschau an alle ent die wunder, der ganzen welt lauf;

So mustu bleiben auf der ert, dein leib mit hoffart ist beschwert, mein grabe federn mir doch sein nützer, wan dir die dein.“

Hie sol ein man betrachten, wo er het etlich gottes gab, das er kein tu verachten, der gleich der seinen gab nicht hab,

es sei gwalt, reichtum oder kunst. Villeicht hat er entpfangen ein gab, die im bringt größer nutz, ob er gleich nit tut prangen;

hat weder kunst, gewalts noch putz, so hat er etlich gabe sunst; Ob sie gleich nit so scheinlich sein, sint sie noch edler, wan die dein.

ieder sich seiner gab gebrauch, veracht kein andern auch.

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