Skip to content
1860

Winterabend

Ferdinand von Saar

Wie muß der Tag sich neigen Im Winter, ach, so bald; Ein tiefes, mildes Schweigen Liegt über Flur und Wald.

Am Himmel noch ein Schimmern, Ein letztes, doch kein Stern; Trübrothe Lichter flimmern Aus Hütten still und fern.

Und trüb und immer trüber Der Landschaft weiter Kreis; Es zieht der Bach vorüber Eintönig unter'm Eis.

Horch – welch ein leises Beben Urplötzlich in der Luft? Geheimnißvolles Weben, Geheimnißvoller Duft!

Wie ferne, ferne Glocken Erklingt's – so wohl – so weh' –: Da fällt in dichten Flocken Zur Erde sanft der Schnee.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Winterabend · Ferdinand von Saar · Poetry Cove