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1860

Ad notam

Ferdinand von Saar

Daß edle Saaten stets nur langsam reifen Und Eins ist mit Verzichten jedes Streben – Daß heil'ger Schmerz nur weiht ein Künstlerleben: Ihr könnt es heute nimmermehr begreifen.

Nach hohen Zielen wollt ihr hastig schweifen, Ihr fordert Wein von kaum gepflanzten Reben; Lohn wollt ihr und Genuß – und auch daneben Mit flücht'ger Hand des Ruhmes Purpur weifen.

Ich aber sag' euch, die ihr arg verblendet: Noch hat, ob manches auch die Zeit beschnitten, Das eherne Gesetz sich nicht gewendet: „Errungen wird der Lorbeer und erstritten –

Und nur von dem, der sich ihm ganz vepfändet, Für ihn geblutet und den Tod erlitten.“

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