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[Zart ist jene Glaubenssonne]

Ǧalāl o’d-din Rumi

Zart ist jene Glaubenssonne, Wie kein Joseph je noch war, Zart, wie keiner der Monarchen, Die der Zeiten Schoos gebar.

Ueber Könige und Fürsten Ragt sie hundertfach empor: Zart ist sie im Kreise Jener, Die Gott schauen hell und klar.

Durch die göttlichsten der Gaben Schmückt sie der Vollendung Zier; Zart ist sie auf jedem Sitze Und auf jenem Throne gar.

Sie verschönt das Glück des Friedens, Sie verherrlicht jeden Kampf: Zart ist sie beim Friedensfeste Und beim Kampfe immerdar.

Seiner Schätze gold'nen Schlüssel Legt der Schöpfer vor sie hin; Zart ist sie, weil sie, beseligt, Seine Liebe ward gewahr.

Unter hunderttausend Monden Glänzt sie wie der Sonne Licht; Zart stellt unter'm Fürstenlobe Sich ihr eig'nes Lob uns dar.

Wer zum Fussstaub ihr geworden, Hebt das Haupt mit Stolz empor: Zart ist, wen ihr Wein berauschte, In der trunk'nen Männer Schaar.

Blick' auf jene Meereswoge, Die die Frömmsten selber scheu'n: Zart schläft sie auf jener Woge, In der Mitte der Gefahr.

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