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[Sieh, es nahet uns der Schenke]

Ǧalāl o’d-din Rumi

Sieh, es nahet uns der Schenke Mit des ew'gen Wein's Pocale: Trinket aus dem ew'gen Becher, Und verschmäht die ird'sche Schale!

Sättigt euch, doch ohne Speise; Horchet auf, doch ohne Ohren; Sprecht, doch ohne Schall und Worte; Schweigt, als wärt ihr stumm geboren!

Seid stets fröhlich, o Verliebte, Trinkt und zecht nach Wohlgefallen! Schwingt euch auf der Hoheit Rücken, Tretet in die Marmorhallen!

Weckt des Herold's laute Stimme; Männern nur gilt sein Verlangen: Des Gerichtes Herold nahte, Und ihr seid in Lust befangen!

Trinkt, um ganz den Durst zu löschen, Schwelgt, um Wonne zu erjagen: Dieser Tag gehört der Feier: Feiert nach der Faste Tagen!

O willfahret, o willfahrt uns Auf der Einheit reinen Wegen! Einem Flusse sind wir ähnlich: Taucht darein, so wird euch Segen!

O Vertrauter Selsebilens! Wir sind Selsebilens Quelle: Auf denn, holder Knabe, leit' uns Zu des Paradieses Schwelle!

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