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[Kennst du des Reigens Sinn?]

Ǧalāl o’d-din Rumi

Kennst du des Reigens Sinn? Gehorsam nicht verneinen Und, von sich selbst getrennt, Dem Schöpfer sich vereinen.

Kennst du des Reigens Sinn? Des Daseyns Lust vergessen, Und im Vergänglichen Das Ewige ermessen.

Kennst du des Reigens Sinn? Bei seiner Liebe Streichen, Das Haupt zum Ball umformt, Nie von der Spielbahn weichen.

Kennst du des Reigens Sinn? Stets mit sich selber kriegen, Und, wunden Vögeln gleich, Im Staub und Blute liegen.

Kennst du des Reigens Sinn? Des alten Jacob's Schrecken Und Joseph's Liebesduft Bloss durch das Hemd entdecken.

Kennst du des Reigens Sinn? Die Moses-Ruthe schwingen, Und Pharao's Zaubermacht Dadurch zum Weichen bringen.

Kennst du des Reigens Sinn? Mit Gott vertraulich leben Und, ohne Führers Hand, Die Engel überschweben.

Kennst du des Reigens Sinn? Wie Tebris' helle Sonne, Mit off'nem Herzensaug' Das Licht schau'n heil'ger Wonne.

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