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1860

Wandergut

Otto Roquette

Wer ein Herz treueigen hält, Fest und mit Vertrauen, Darf getrost die weite Welt Wandernd sich beschauen.

Wär die Ferne noch so weit, Wär der Tag voll Widerstreit, In ihm lebt, was allbereit Glättet Stirn und Brauen.

Laß die Andern nicht so bald Was du liebst erkennen, Die sich flüchtig leer und kalt Einen oder trennen!

Bös ergreift ein höhnisch Wort; Eigne Brust nur ist der Ort, Wo du deiner Seele Hort Darfst bei Namen nennen.

So, Herzliebste, schafft das Glück Trennung nicht zum Leide, Bleib' ich ganz dir doch zurück, Wenn ich von dir scheide.

Ich, in deines Herzens Hut, Du, mein bestes Wandergut, Und so sind wir frohgemuth Gottgesegnet beide!

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