Skip to content
1860

Scheiden ohne Leiden

Otto Roquette

Liebster Schatz, nun sei getrost, Traure nicht um's Scheiden, Hab' das Wandern nun erlost, Und du mußt es leiden.

Schau, es ist die ganze Welt, Sonne, Mond und Sterne, Auf das Wandern ja gestellt, Auf die weite Ferne.

Und das Meer hat Ebb' und Fluth, Wind und Wolken ziehen, Winterschnee und Sommergluth Kommen und entfliehen.

Wird die Welt nun alt und neu, Sei du auch nicht strenger, Lange Zeit war ich dir treu, Aber nun nicht länger.

Weil mein Herz nicht mehr verlangt, Daß ich bei dir bliebe, Lieber Schatz, so sei bedankt Für die schöne Liebe!

Sieh, der Mai ist vor der Thür, Laß die Augen wandern! Komm ich einst zurück zu dir, Hast du längst 'nen Andern.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Scheiden ohne Leiden · Otto Roquette · Poetry Cove