All menschen so geschaffen sind, Halten allein klug ihre kind, Die andern tier in dieser welt Sonst jederman unvernünftig helt;
Dennoch der bestien art dies ist, Das keine ihres gleichen frißt: Kein leu, ber, wolf, luchs, fuchs je was, Der leuen, beren, wölf, lüchs, füchse fraß,
Kein adler, rab, krae und schaufaus Hackt dem andern die augen aus. Lieber nimt sich eins des andern an, Stehn in der not für einen man
Und richten ihre sterk und streit Wider fremde geschlecht und leut: Der leu verfolgt die wölf und beren, Ber und wölf die lemmer verzeren,
Der luchs und fuchs hasen und hennen, Lamm, has und hun ihr kreuter kennen, Damit sie ihren hunger büßen, Laub, gras und korn unfreundlich grüßen;
Der adler fengt kraen und raben, Der schaufaus muß viel meuse haben Und darf nimmer kommen ans licht, All vogel sein widr ihn gericht.
Also all tier zu felde liegen, Jedoch ihr geschlecht nicht bekriegen; Viel billiger der mensch das tet, Wenn er kein sünd im herzen hett,
Wenn nicht der alte Cainszorn Ihm von natur wer angeborn, Wenn ihn nicht trieb die alte schlang, Die ein mörder war von anfang.
Erbarm sich got, engl, vieh und leut Der erschrecklichn unsinnigkeit! – Wegen dieser bösen ursachen Könn wirs je nicht anders machen
On das der fromm auch kriegen lerne, Er thuts gleich gern oder ungerne. Drum halten meus und frösche rat, Wie man sonst bei den menschen tat,
Was zu tun sei oder zu lassen, Nun sie einander feindlich hassen Und bis in tod verfolgen wollen. Daraus die kinder lernen sollen,
Wie krieg durch gut und blut hergehe Und das end in gottes henden stehe, Kein vorteil ist bei krieg und streiten. Gott verleih friedn zu unsern zeiten!
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