Folgendes kurzweilig gedicht Ist bedechtig so zugericht, Das man sehe, was menschenkinder Beratschlagen mancherlei wunder,
Wie sie gern nach ihrm kopf wolten Das die regiment bestallt sein solten, Wie sie die obrigkeit versprechen, Der bösen untugend herrechnen,
Der frommen tugend gar vergessen, Den nutz mit eitel schaden messen; Und geht doch nicht nach ihrem rat, Sondern wies got geschaffen hat.
Und wenns gleich got auch leßt geschehen Und gar nach ihrem willen gehen, So gret es doch nicht solcher art Wie es zuvor gemeinet ward.
Got und weisheit machts gar allein, Das regiment bestendig sein. – Es pflegt aber also zu gehen, Das große verendrung geschehen,
Wenn kirchen ler verendert wird, Ob sichs gleich wol odr nicht gebürt; Wie man sonst spricht, in gottes nam Fange sich alles böses an. –
Dieweil man aber herrenkinder Nicht soll erziehen wie die rinder, Sondern noch jung dazu gewennen, Das sie die regiment erkennen,
Lernen, wie der leut urteil gehen, So alles auswendig ansehen, Nicht bedenken der sachen grund, Was davon sagt der weisen mund,
Und wollen doch nichts ernstlichs lesen, Es deucht sie ein langweilig wesen; So ist an den kindischen tand So viel mühe und arbeit gewandt,
Das man daraus spielweis solt sehen, Wie der welt reich und ratschleg gehen, Und wie sie auch billig gehn solten, Obs junge herren lesen wolten
Und etwas nützlichs daraus fassen, Tugend lieben, untugend hassen. – Denn dies ist des reimdichters ziel, Das er zwar fabeln schreiben will
Und damit eine kurzweil machen, Der man in freuden hab zu lachen; Abr dennoch leren was lieb und wert Und gut ist zum leben auf erd.
Got geb hiezu auch seine gnade, Das wolgemeinet wolgerate!
Cookies on Poetry Cove