Bald fur heraus ein junger man, Der mit ungeduld höret an, Was Friedlieb gutherzig gesagt, Frieden gerümt, übr krieg geklagt,
Junkher Milchramlecker genant: "Herr könig, es wer sünd und schand, Das jemand von den feinden hort Des alten so verzagte wort.
So würden sie sich erst aufblehen. Wie zuvor auch ist geschehen, Da der jung frosch der mutter sagt, Wie sie große gefar gewagt,
Als der ochs ans ufer getreten, Des größ sie niemals erkant hetten, Und die mutter sich hoch aufblies Und ihren son nun sagen hieß,
Ob der ochs wer ein solch groß ding. Der son antwort: Das ist zu gring. Da blies sie sich je lenger je mer. Der son sprach: Dringet nicht so ser,
Denn ihr viel ehe auf stücken springt, Denn ihr des ochsen größ erzwingt. – Sie würden fassen großen mut, Uns mer böses antun denn gut.
Denn weil die tauben und die hasen Vom geier und hund sich jagen lassen, Nimmer zur gegenwer sich stellen, Damit sie fried erhalten wöllen,
Ist ihn worden der fried so klein, Das sie jetzt nimmer sicher sein. Wer sich nicht wert, ist leicht geschlagen; Wer selber fleucht, ist leicht zu jagen;
Wer seins feindes erste gewalt Nicht widerficht und rechnet bald, Der gibt ursach zum neuen streit, Das ers mer mach zur ander zeit.
Drum bleibt der schlangen freier paß; Den aal frißt man on unterlaß. – Damit uns dies nicht, widerfar, Die frösch uns pochen alle gar,
Ist allerbest des königs rat, Das wirs angreifen frischer tat Und den Marxbrüdern alzumalen Ihrs königs schuld mit schlegen zalen,
Werfen, schießen, hauen und stechen, Das sie herz, hals und bein zubrechen Und denn ihres königs torheit Fülen und klagn mit herzeleid.
Kostet denn dies gleich etlich man, So muß es sein gewaget dran. Wer sich der bienen stachl leßt schrecken, Bekomt den honig nicht zu lecken.
Kein tapfer tat ist on gefar; Dank hab, der es nur wagen dar, Für vater und vatrland manlich sterben, Mit seinem blut den fried erwerben.
Das müssen tun die jungen man, Die mut und blut im busen han; Alte narren tun nichts zur sachen, Die sich vergeblich sorgen machen,
Wo die vogel denn blieben all, Wenn der himmel herunterfall. Sorg und furcht dienet nicht zum streit, Zum beten ist sie baß bereit.
Darum sollen die alten beten, Die mittelmeßign in rat treten, Und die jungen helden erbeiten Mit laufen, rennen und mit streiten,
Bis sie auch er und gut erlangen, Damit im alter einherprangen. Für mich wil ich mich tapfer weren, Hoff, got soll uns den sieg bescheren." –
Der könig sähe den alten man Mit starnden augen grimmig an Und sprach: "Du fürchtst der alten haut, Es wer torheit, das man dir traut;
Bleib immer heim und bet dieweil! Wer meiner gnad wil haben teil, Der mache sich in großer hast Mit seiner besten wer gefaßt
Und find sich morgn am musterplatz. Das sei euch ein mandat gesatzt. Da woln wir die emter bestellen Und was not ist ferner befelen. –
Und du trommeter und herold Mit vier reutern abreiten solt Zum see, da der Bausback hof helt Und ihm sagen in freiem feld:
Wenn der drit tag anbrechen wird, Das man die sonn am aufgang spürt, So woln wir an derselben stat, Da er mein son verraten hat
Ihm manlich liefrn eine feldschlacht, Dazu sol er kurz sein bedacht." – "Got lob, das ist recht!" rief die schar, "Wir wollen ihm bezalen bar,
Das er des königs son ermordt." – Damit gieng jeder an sein ort Und hatt sonst nichts anders zu sprechen, On wie er sich wolt rüstn und rechen.
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