Es war aber ein küner held, Für allen meusen auserwelt, Des frommen Brotfeinds lieber son, Wie der Samson mutig und schon,
Der manhaft ritter Brockenfraß, Der allen meusen ser lieb was, Darum das unter allen knaben, So von meusen ihrn adel haben,
Keiner so lang und so verwogen Allen kriegen war nachgezogen Und in gar mancher großen schlacht Bewiesen hat sein mut und macht.
Der trat allein hin an das mor Und hub sein heupt gar hoch empor, Schwur überlaut ein teuren eid, Er wolt den fröschen tun groß leid
Und sie allesamt ermorden, So viel ihr je ein kaulpatz worden. Darum als der könig nicht wolt, Das man den fröschn nachjagen solt
Und sein übrige meuseschar On not setzen in mer gefar, Weil besser wer, ein freund erhalten, Denn tausend feind auf stücken spalten,
Und des königs son die gewalt Selber hat mit seim blut bezalt, Der vater auch so viel bekommen, Das er blutign abscheid genommen,
Sonder nur dieselben erlegen, Die sich zur wer stellten verwegen, Die andern aber laufen lassen – Rief er dem könig übermaßen,
Er wolt in gar gewonnen sachen Sein er und preis vollkommen machen, Die fröschschelmen zu grund ausrotten: So dürften sie des sons nicht spotten;
Er wolt sein leben dabei lassen Und sein blut sprengen auf die gassen, Oder ihnen den paß verlegen, Und alles, was sich würde regen,
Für sich genzlich allein erschlagen, Wenn niemand wolt nach eren fragen. Der ries solt sie bergunter stürzen, Er wolt sie denn im tal abwürzen,
Das ihn das herz im leibe bebet Und das gehirn am pflaster klebet. Und er hetts vollenbracht fürwar, Weil er so stark und mechtig war,
Und andre meus nicht hören wolten, Das sie den sieg verlaufen solten, Sondern von neuem darauf schmissen, Ihr blutige spieß in die frösch stießen,
Wenn nicht got selbst sein mechtig hand Wider die meus hette gewandt Und sich der frösch erbarmen lassen, Die bedrengt wurden one maßen. –
Denn got sprach zu seim hofgesind, Zu den engeln, die bei ihm sind: "Lieben kinder, ich muß euch sagen, Was sich wundersachen zutragen
Auf dem erdboden in der welt, Was Satan für ein spiel anstellt. Da habn die ungetreuen geist, So man bergmenn und nixen heißt,
Die frösch und kleine meus aufbracht, Das sie mit großer kriegesmacht Zusamenlaufen, hüpfen, reiten, Mit spießen, schwertern, bogen streiten,
Wie sonst der mensch sein leben wagt, Wenn ihn sein sünd und torheit plagt. Und ist der lerman so weit bracht, Das nun obsiegt der meuse macht
Und die frösch gar austilgen wird, Das sich in keinem weg gebürt. Denn ob ich wol, da ichs gesehen, Dis zum anfang so ließ geschehen,
Damit ihr vorwitz beider seit Gestrafet würd zu rechter zeit Und ihrer nicht würden zu viel, Den menschen beschwerten one ziel,
Das auch der mensch ein beispiel hette, Wenn er nicht zeitig buße tete, So würd es doch dergleichen gehen, Krieg und blutvergießen entstehen.
Wie rabn ihr kinder im nest zerreißen, Wenn ich mit der pest wil drein schmeißen, Wie die dolen ihm reichstag halten, Wenn nerrisch ratschleg sollen walten,
Und fremd vögel fliegen ins land, Wenn fremde feind kommen gerant: So bin ich doch meim geschöpf nicht gram, Ich nem mich ihrer aller an,
Ich laß mich ihrer all erbarmen, Der großen, kleinen, reichen, armen. Und wenn all teufel aus der hellen Ein sperling vom tach wolten fellen,
Soll ihn der anschlag nicht gelingen, Sie sollens nicht zu wege bringen, Wenn ich dazu nicht volwort gebe, Sondern will, das er lenger lebe.
Denn ich bin got und keiner mer, Alles ich schaff, schütz und erner. Darum will ichs nicht lenger leiden, Das die gespenst ihr augen weiden
An meiner creaturen tod, Ich will sie erretten aus not. Sagt nur, wen braucht ich zu den sachen, Wer kan schleunig den frieden machen?" –
Ein engel sahe den andern an Und sprachen all für einen man: "Herr got, wir sind zu aller zeit Dir zu dienen willig bereit.
Send und befel wie dirs gefellt, Wen du wilt, so ists alls bestellt. Du lessest deine sündflut laufen, All creatur auf erdn ersaufen;
Du wirfst deinen donner und blitz, Verbrenst der Sodomiten sitz; Du leßt Mosen sein stab ausrecken, Schickst frösch, leus, wanzen und heuschrecken
Und ander plagen mancher hand Uebr Pharao und Egyptenland. Moyses betet, so sind sie frei, Dem volk Israel stehest du bei.
Du sendest durch die luft ein sterben, Leßt Davids untertan verderben. Du erschüttest die erd im grim, Das Hiericho mauren fallen um.
Darum erkler uns deinen willen, Wir woln ihn angesichts erfüllen." – "Wolan," sprach got, "mein Raphael, Erschreck die bösen geister schnell.
Schaff den fröschen hülf aus dem see." Er antwort: "Herr, dein will gescheh!" Und siel in einem augenblick Den poltergeistern auf den rück
Als ein groß erschrecklicher wind, Das sie verstoben so geschwind Wie feur in büchsenpulver fellt, Plötzlich anzündet und zerschnellt.
Darnach stand er im see die weil, Bis got abschoß sein donnerpfeil. Der ließ ein schwarze wolk aufstehen Und den wind von mittag angehen,
Bald donnert er da, das es kracht, Bewegt auch den himmel mit macht; Darnach warf er den donnerstein, Wickelt ihn mit blitz schrecklich ein,
Der flog grausam aus seiner hand Hinab zu der walstat aufs land, Das frösch und meus erschreckten sich, Stürzten hinterrück jemerlich,
Blieben tot von dem schwefelstank, Der durch ihr ghirn und herze drang, Den odem nam und sie erstickt, Das blaufeur aus dem hals aufblickt.
Erschrecklich ist gottes gericht; Dennoch half das noch alles nicht, Die meus wolten immer nachjagen, Bis die frösch all weren erschlagen.
Abr was hilft will, was hilft erbeit, Wenn got zuwider ist der streit!
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