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Das VII. capitel.

Georg Rollenhagen

Friedlieb abr hat vorlangst im feld Auf hohen beumen wacht bestelt, Und kamen von des königs haufen Ihrer gar viel zu ihm gelaufen,

Die Padderan mit seiner macht Nicht gar hat um ihr leben bracht. Es kamen auch vier schif gelaufen Und brachten den verlornen haufen,

Der in das wasser war gestürzt, Mit schlegen übel abgewürzt, Berichten, wie die sach gewandt, In was nöten der könig stand,

Und das all hofnung wer verlorn. Da sprach Friedlieb in großem zorn: "So gehts, wenn man im krieg veracht Guten rat, kundschaft, fleißig wacht.

Wolan, zu warten nicht gebürt, Bis der könig uns selbst citiert; Wir müssen uns auch lassen sehen, Als getreue untertan bei ihm stehen,

In dieser not bei ihn umtreten Und, ob got wil, daraus erretten. Folget nur getrost dem ufer nach Und habt wol in acht euer sach;

Laßt euch nicht von einander trennen, Laßt euch nicht ins wasser abrennen, Sondern treibt die frösch hin aufs land, So kommen sie in unser hand!

Ich will ein solchen anfang machen, Es soll ihns herz im leibe krachen. Fünf fenlein aber sollen stehen Und auf der sachen fortgang sehen,

Das ich nicht von den losen possen Hinterrücklich werde beschlossen, Sondern frei aus und ein mag kommen. Ratman, hast du die sach vernommen?"

Ratman, sein heuptman, gab antwort: "Ich folg getrost, ziehet immer fort!" – So zogen auf die weiße man, Die andern schif kamen auch heran,

Und ließen die segel sich sehen, So auf den bergen blieben stehen. Als nun die frösch dies wunder sahen, Das solche weiße leut sich nahen,

Beide zu wasser und zu land, Das herz sich in dem leib umwandt. Aber Friedlieben zwölf heertrummen Machten gar ein schrecklich brummen,

Und vier und zwanzig feldklareten Fiengen an gewaltig zu trommeten, Das weit in den see überall Macht ein doppelten widerhall

Und fiel ein zu der rechten hand, Da sich das wasser satzt ans land, Und da der algemeine hauf Unerfaren frösch wartet auf,

Das man die meus ins wasser stieß. Das bracht den fröschen groß verdrieß, Das sie den könig solten lassen Und nun verwaren diese gassen,

Und ihn der groß vogel entfliegen. Die befelsleute riefen und schrien, Insonderheit Marcon der held Vermant, weil es gewonnen geld,

Das jederman fellet die spieß Und den feind nicht einbrechen ließ. Der meuskönig wer schon gefangen, An höchsten baum wolt man ihn hangen.

Der gmeine frosch und alber man, Der nie zuvor zum kriege kam, Verstund das spießfellen nicht recht, Warf sein wer auf den acker schlecht

Und stand da mit lediger hand Oder lief erschrocken ins land, Meint, das die schif und weiße leut Nichts anders denn gespenst bedeut;

Der schlüg sich selbst, wer die wolt schlagen. Da war eitel schrecken und zagen, Da pfiffen die frösch wie die meus Wie die morpeitscher in die reuß,

Und hub sich ein groß mordgeschrei. Die heldenfrösch wolten herbei, Den einfal mit manheit erweren, Die werlosen hüpften die queren

Und hinderten die besten man, Das jeder aus der ordnung kam, Und die aus not ins wasser liefen, Wurdn tot geworfen aus den schiffen

Odr mit dem giftpulver geblendt, Das ihr keiner den andern kent. – Friedlieb vernam gar bald die sach Und eilt den flüchtigen hernach,

Und stach darin als in die schwein, Bis er das ufer machet rein, Die frösch schrecklich den berg antriebe Und ein weiter raum um ihm bliebe.

Da fand er unter man und rossen, So die frösch schlugen und niderschossen, Forklugen liegen an der erd, Der war befallen mit dem pferd

Und rief: er wolt sich sein erbarmen! Die trabanten namn ihn bein armen, Zogen ihn herfür mit gewalt, Das sich der stiefl am fuß zerspalt

Und die sporen dahinten blieben. Das dankt er herzlich dem Friedlieben Und hinket hin zum hinterhalt, Dahin er war beleitet bald.

In diesem lerman und auflaufen Bekam der könig und sein haufen Nun widerum ein freien paß Und rückt zu Friedlieben fürbaß,

Ließ ihm sagn, das er fortziehn solt, Denn er ihm willig folgen wolt Und sich nach ihm auch richten eben, Dieweil ihm got das glück hett geben.

Drauf zog Friedlieb und seine man Zwischen berg und wasser hinan, Und der könig folget hernach, Jeder schickt sich auch in die sach,

Das er zu seinem regiment Sich widerfand und herumwend. Fürnemlich die spanische schützen All zu Friedliebn hinterhalt stützen

Und ihre station da nemen, Bis sie neuen befel bekemen. – Wie das die fröschherren gesehen Und on das nicht konten bestehen,

Welten sie an dem berg die stet, Die vor das schwarz fenlein inhet. Insonderheit die kriegeshelde Machten ein neu ordnung im felde,

Wie sie wolten die wer vornemen, Wenn die meus wieder zu ihn kemen, Das der könig am berg gar weit In der mitt behielt sicherheit

Und sie den meusen widerstünden, Den sieg wider erlangen künten. Der gemein man aber verzagt Und lief auch, da ihn niemand jagt.

So ward der streit in kurzer zeit Aufn ander weis widrum verneut.

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