Des königs rat ward auch bedacht Und die schlachtordnung so gemacht, Das in der mitt die leichten knaben Soltn ihren stand und angrif haben,
Zur seiten aber die schwergerüsten, So die meus zu beringen wüsten. Hauptman Mortanz solt vornen an Mit dreien fenlein zum angrif stan,
Die alle bogenschützen waren Und im steinwerfen wol erfaren, Aus Holland und Seeland ankommen, Als sie den neuen krieg vernommen.
Das heuptfenlein war ein seeblat, Drei heringsköpf das wapen hat Mit dem reim: Wilt er davon tragen, So must du den kopf daran wagen!
Damit trat Rülinger herfür Und war der andern er und zier. Dem folgen in der mitt die schützen, Die steinwerfer zur seit herstürzen
Mit dem befel, das den lerman Die steinwerfer erst fiengen an, Den feind lockten aus dem vorteil, Darnach die schützen in der eil,
Sobald die feind wolten anlaufen, Gliedweis abschossen in den haufen, Und die vorn stunden niederfielen, Ließen die hintern auch abzielen,
Wenn das geschehen, wider aufsprüngen Den feind mit neuen pfeilen empfiengen; Bis der feind zunechst rückt heran, Alsdenn solten die letzten man
Zurück nach dem see hinab fliegen, Zur linken seit wider ausbiegen, Sich an des feindes nachtrab machen: Das dient zum sieg in allen sachen.
Fürst Wasserfreud solt sie regieren Und zu dem feind an- und abfüren. – Nach diesen sahe man ziehen an Zur rechten den feldobersten Ran
Und etlich tausend friesisch frösch, Deren ein jeder saß zu roß, Lang spieß fürten und kurze degen, Hielten sich wunderlich, verwegen.
Ein weiß milchtuch war ihr hauptfan, Das ein kuhmagd hat fallen lan, Da sie im graben wusch die gelten, Darein sie sonst die milch hinstellten;
Das wapen ein rot keferlein, Der reim: Fleugst nicht, so bist du mein! Zur linken hand zog auch daher Der feldmarschalk mit seinem heer,
Fürst Mordax mit den reutersknaben, Die ankommen waren aus Schwaben, Fürten schwerter, armbrust und hammer, Wolten den meusen bringen jammer.
Ihr furnem fan war ein schnupftuch, Das ehemals ein schön megdlein trug Und bei dem kulen brunn vergaß, Bei dem sie mit ihrm bulen saß;
Das wapen ein rot regenwurm, Der reim: Der wurm erhelt den sturm! – Hinter diesen folgt die blutfan, Gemalt von roten wilden man;
Darnach rückt der könig dabei Mit seiner starken leibguardei, Darunter viel Schweizer aufwarten Mit degen und mit hellebarten,
Die fürt Marcon, ein tapfer man, Ein hübscher höpzger wolgetan. – Auch war da mit keulen bestellt Aus Dietmarsen manch starker held;
Darnach mit gürtelbeil und krücken So wonen an der seestet brücken; Endlich die engellendische schützen Mit ihren wattmannischen mützen,
Mit ihrem fendrig, Frog genant, Der fürt sie aus dem schif aufs land, Denn seewasser mocht er nicht lecken, Es wolt ihm gar zu salzig schmecken;
Bis das man die oberst heuptfan Auch für dem könig sahe hergan, Ein gülden haut von einer schlangen, Darein sah man ein wapen hangen,
Drei gelbe wasserlilgen fein Im blauen feld, mit diesem reim: Wer diese blumen frisch will sehen, Der muß darnach ins wasser gehen! –
Der könig auch bewaret ward Von fürst Watarachs und Quadrat, So aus der Mark Cassuben, Wenden, Und von des Havellandes enden
Viel reuter und viel knecht mitbrachten Und den könig großmutig machten; Fürten ein gelb Marcomyr wapen Mit dreien schwarzen krötenquappen,
Ein reim: Wir sterben nicht umsunst; Mangelt dir gunst, so brauch dein kunst! – Zuletzt nach allem kam gelaufen Mancherlei volk bei großen haufen
Aus Brabant, Holland, Polen, Reußen, Aus Liefland, Curland und aus Preußen; Die solten spieß und gabeln brauchen, Die meus in das seewasser tauchen,
Bis das sie all wurden umbracht. So ward der frösch ordnung gemacht.
Cookies on Poetry Cove