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Das V. capitel.

Georg Rollenhagen

Indes kam Apfelschmack daher Mit seinem schif zur gegenwer Für andern gar geschwind gefaren, Die noch der zuversicht nicht waren,

Das sie die not fordert so bald, Blieben also im hinterhalt, Hatten nur Apfelschmack voran Verordnet als ein künen man,

Kundschaft zu holen aller sachen, Wie sich der anfang würde machen. Wie der nun zeitig wird gewar, Das übereilt der meuse schar

Mit haufen in das Wasser plumpt, Eilend er ihn zu hülf komt, Giebt doch verlosung andern schiffen, Das sie auch bald hernach liefen,

Mit einem fenlein, das ser hoch Oben am mastbaum umherflog. Zum fenrich aber eilt er risch, Der floß da wie ein wunder fisch

Bei den meusen im großen haufen Und kont den fröschen nicht entlaufen, Die alle wolten auf ihm liegen Wie auf dem honigtopf die fliegen.

Wie aber die frösch ungefer Das seltsam schif sehn kommen her Mit seinem segel und den krenzen, Die schifleut mit den langen schwenzen,

Der sie vor waren ungewont, Wenn man fisch fieng und ihrer schont, Da ließen sie den fenrich liegen Und begaben sich auf das fliegen;

Meinten, es wer ein wilder drach Den fröschen erschienen zur rach. – Das war den meusen ein vorteil. Apfelschmack fieng in großer eil

Mit einem haken den fenrich, Rückt ihn bald in das schif zu sich. Sein beistand war auch fleißig dran, Zog die meus bein schwenzen hinan,

Und das keine über die diel Wegen der last ins wasser fiel, Hielt ein die ander bei dem schwanz Wie bei der hand am ringeltanz.

Indem kam Wurstreifer gegangen, Fieng das fenlein auf bei der stangen, Das er auf dem schif fliegen ließ Den fröschen allen zum verdrieß,

Bis Stölzer auswarf seinen trank, Daran er war gar tötlich krank, Und noch dazu verwundet hart; Doch war niemand der seiner wart

Odr zitwer in die nasen riebe, Ihm damit die onmacht vertriebe, Denn in solchem lerman und not Kempft jeder wider seinen tod.

Es war da auch wedr rast noch ruhe, Alles lendet dem fenlein zu, Was noch im see behielt das leben; Ein jeder verhieß viel zu geben,

Wo Apfelschmack ihn nemen würd. Damit wuchs dem schiflein die bürd, Und zu der seit hiengen daran Noch über die dreihundert man,

Die wolten zu ihn all hinein; Die im schif ließens nicht gut sein, Sagtn, man könt so viel mücken laden, Das die schifleut müsten mit baden,

Baten um gotts willn, das sie blieben, Bis ander schif heranhertrieben, Sich nicht mit ihn zugleich ermordten. Aber man gleubt hie keinen worten. –

Die andr schif eilten ungeheur, Aber ehe sie ihn kamen zu steur, So gieng der Apfelschmack zu grund, Das schiflein nicht mer tragen kunt.

Da hub sich ein jammergeheul, Fluchten dem Achtseinnicht viel beul, Das er sie also ließ ertrinken, Mit schif und allem heil versinken.

Da schwam das krenzlein und der man, Das fenlein auch vornen daran. Die frösche aber namens in acht Und sprungen wider zu mit macht,

Das fenlein wider hinzurücken, Die schwimmenden unterzudrücken, Wie es im kriegen pflegt zu gehen, Das unglück hintr dem glück zu stehen.

Gewinn und verlust, freud und trauren Sind ser nach verwandte nachbauren, Regieren einer um den andern. Wers nicht leiden kan, der mag wandern.

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