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Das IV. capitel.

Georg Rollenhagen

Nach dieser rüstung ward bedacht, Wie man es auf den notfal macht, Wenn etwa ein ins wasser kem, Das sie da nicht ihr ende nem;

Nemlich das die waren geborn In lastseeschiffen bei dem korn, Des schifs gewonheit und der see Was dazu gehört gelernet mehe,

Die solten in schiffen aufwarten, Zusehn, wie sich die hendel karten, Und in der not mit hülf erscheinen, Damit die frösch ertrenken keinen. –

Des waren sie willig bereit, Machten zwölf schif in kurzer zeit Von weiten langen kürbsenschnitten, Nach der leng geteilet zur mitten

Und fein meisterlich ausgehauen, Das wie ein schif war anzuschauen; Als Lucianus auch für jaren Sahe auf dem mer zum streit anfaren.

In jedes stünden, dreißig man, Hatten pieken und büchsen an Und rautenkrenz auf ihrem har, Das gut für das giftpulver war,

Davon ihr nachmals hören werdt, Fürten bartn und beil, keine schwert, Von lampengleslein abgeknickt Und in ein hölzlein eingeflickt.

Ihr ruder waren breit hölzlein, Die sie mit speck genommen heim Aus den meusfallen zum verdrieß, Die krücken lange vogelspieß,

Aus schindelholz glat abgeschnitten, Da ihre sön daheim auf ritten. Für steurhölzer waren recht frisch Harte schwenz vom gebraten fisch,

Die segel waren facilett, Für leilach gbraucht im wochenbett, Die sie von langer zeit gespart, Den megdlein entruckt und verwart.

Sonst hatten sie geladen schwer Etlich viel tausend stein zur wer, Und schwarz giftpulver vom pomfeiß Bereitet nach der Tarter weis,

Den fröschn zu werfen ins gesicht Das sie nimmer gesehen nicht. Dazu hatten sie distelkeulen, Den fröschen zu schlagen viel beulen,

Und dornenstecken lang und rund, Damit die frösch zu kratzen wund. Ihr gubernator Achtseinnicht Wuste gar viel alter geschicht

Von schifkriegen, freibeuterei, War oftmals gewesen dabei, Da man einander auf dem nacken Mit handbeilen pfleget zu hacken

Und frech zu stürzen über bord; Davon sprach er ser große wort. Uebr das erst schif hatt befel Der Luginsloch, war etwas, schel.

Das ander füret Schmackebart, Seiner geburt jüdischer art An har und bart überall schwarz, Und war der schifleute wundarzt.

Das dritt regieret Riechdenwind, Ein wunderseltsam mutig kind, Kont untertauchen bis zur grund Wie ein fisch und wilder seehund;

Wenn man ein groschen ins wasser warf, Fand er ihn wider, sahe so scharf. Das viert Beißhartbrot wolgemut, Ein man zu allen dingen gut,

Er kont wol steuren und wol faren, Hatt es gelernt von jungen jaren. Mit dem fünften kam Hindenmutz, Durft einem wolf bieten ein trutz

Und frei springen ins angesicht; Ein kleiner rauch der biß ihn nicht. Stroknicker, der seltsam kumpan, Muste das sechste schiflein han,

Kein strodach war gekleckt so fest, Er macht darin sein meusenest. Der Apfelschmack der siebent war, Hat auf dem heupt kein redlich har,

Der wind hat sie all hingenommen, Nachdem er wider aus Frankreich kommen Von seiner liebsten frau Madon; Ein solch erbeit gibt solchen lon.

Sonst war er nicht leichtlich verjagt Und von herzen ganz unverzagt. Nach dem folget der Rindenfuchs, Fürt ein bunt pelzlein wie ein luchs,

Denn wie ihn betreufet der speck, Waren gewachsen weiße fleck. Und denn Schmierback und Erbsenfex, Der Vornekuß und Hintenlex.

Die furen mit einander abe Gar schleunig in eim vollen trabe, Sechs schif voran und sechs hernach; Der gubernator wol zusach

Und ließ derhalb im mittel gan Sein indianisch nüssenkan, Darin hat er vier stark boßknecht, Die konten den kan füren recht.

Sie machten aber kein geschrei, Das die frösch nichts merkten dabei, Sondern rückten am ufer dort Heimlich verborgen an eim ort. –

Noch hatten sie ferner bedacht, Wie man dem feind ein schrecken macht, Sobald die schifschlachtung angieng, Das man gegenüber anfieng

Und am see aufrichtet viel stangen, Ließ daran weiße tücher hangen Und in dein wind herumher schweben, Die solten ein nachdenken geben,

Als hielten da über der tief Noch andre etlich hundert schif, So den meusen auch beistehn wolten, Das sie die frösch all töten solten.

Also waren die meus gerüst, Wie man aufs allerbest nur wüst, Und sandten kundschaft, zu erfaren, Wozu die frösch gesinnet waren.

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