"Jedoch man sich nicht übereil, Es ist wol gesagt: Eil mit weil! Laßt uns zuvor um ein beistand Abschicken in der ratzen land,
Welche recht starke riesen sein, Ihr drei würgen ein feistes schwein, Und wenn sie gleich müssen vorweichen, Können sie den feind so beschmeichen,
Das alles verfault, was sie rüren; In unserm gschlecht sie den preis füren. – Den gleichen fast die wassermeus, Die am wasser habn ihr geheus.
Dazu sind noch die haselmeus Mit ihren breiten schwenzlein greis, Gemustert wie die eichhörnlein, Sollen gern unser beistand sein. –
Für all aber geht gar weit für Das scharfzenige murmeltier, Und hamstr, der kornreiche baron, Des ganzen meusgeschlechtes kron.
Niemand war, der es ihm nachtut, Er hat ein rechten leuenmut Und greift zu wie ein wilder ber, Er nimt den mantier seine wer,
Dringt ihm ab beide spies und schwert, Dem reuter wundet er sein pferd, Das er für ihm nicht bleiben kan, Muß ihm das feld behalten lan;
Darum er wol mit eren tregt Sein kleid mit buntwerk wol belegt Wie ein kurfürst und bannerherr. Wir gönnen ihm billig die er,
Lassen ihn ziehen vornen an; Die ratzen sollen naher gan; Endlich wollen wir folgen drauf Und der haselmeus heller hauf.
Die wassrmeus solln ins wasser springen Und die feldflüchtigen umbringen; Die fledermeus von oben rein Können zufüren große stein
Und auf den feind in aller eil Abwerfen wie die donnerkeil. Sonst wollen wir setzen ins gras Die zeismeus mit der spitzen nas,
Das sie die frösch totbeißen bald, So warten auf den hinterhalt Odr uns sonst anstiften gefar; Denn ihre biß so giftig war,
Das sie die katz zwar fengt und schlegt Und für ihrn raub sie mit sich tregt, Aber weder schmecket noch frißt; Und wo ein riß ihrs zenleins ist,
Die wund voll roter blattern brent Als die so man carbunkel nent. Der verwundt auch traurig aussahe, Der kalte schweiß um ihn herlage,
Das grimmen blehet auf den bauch, Der kalte harn plaget ihn auch, Das er endlich daran verdirbt Und wie an der pestilenz stirbt,
Legt er nicht mit essig die stund Senf oder knoblauch auf die wund, Trinkt wermutwein odr tyriak Und was vom gift erretten mag. –
Hat got wegen der Israeliter Zween könig der Amoriter Allein durch der hornissen schar Aus ihrem land vertrieben gar,
Die ihre stachel nicht vertragen Konten und ließen sich verjagen: Viel mer wird der spitzmeuse biß Den fröschen zusetzen frisch.
Ich hab auch im Joseph gelesen, Als Moses noch zu hof gewesen In Egypten, da ihn Thermuth Erzog und gab viel er und gut
Aus ihres vatern königreich, Und all kriegsobersten zugleich Nicht finden konten hülf noch rat Wider der Moren freveltat,
Denn ihrer in Egyptenland Viel hundert tausend kamn gerant, Mordten, beraubten land und leut, Eilten hinweg mit großer beut;
Das man aber nicht solt nachjagen, Sie wider plündern und abjagen, Warfen sie schlangen hinter sich, Die mit ihrem giftigen stich
Die Egypter zurück abtrieben, Und sie bei dem raub sicher blieben. Da sei Moses zum könig kommen, Hab den krieg gar auf sich genommen
Und ein große meng störch gefangen, Hungrig gefüret zu den schlangen, Das sie die fraßen und verjugen; Darnach sein leut die Moren schlugen,
Alle gefangne ledig machten, Mit ihn raub und rum davon brachten. Wolten die menschen sich nicht schemen, Die störch für kriegesleut annemen:
Warum wolten wir sie nicht bitten, Das sie mit uns die frösch bestritten? Sie würden sich nicht lang bedenken, Den fröschen ihre schnebel schenken.
Wenn das angeht, so ists gemacht, Wir haben gewonnen die schlacht, Die frösch vertilget ganz und gar, Das überbleibt wedr haut noch har;
Und wo ja etlich bleiben solten, Die sich im see verkriechen wolten, So wollen wir ihn untergraben, Das sie kein wasser darein haben,
Sondern im trocken liegen bleiben, So können wir sie bald vertreiben. Darum nur immer frisch daran! Ich will nicht sein der letzte man."
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