"Damit du aber merkest recht Unsers Beißkopfs wundergeschlecht, So wiß, das er von unser art Nicht wie ein frosch geboren ward.
Sein vater ist der heilige Geiz, Sein mutter die alte Supersteiz; Sind gespenst in dem welschen mer, Von dem ist er entsprungen her;
Ein wunderschrecklich abenteur, Eine merschildkröt ungeheur; Ward in den wassern, weldern, bergen Von poltergeistern und den zwergen
Heimlich mit mantiers blut und schweiß Gespeiset tyrannischer weis, Darum er denn ist rot gestalt, Wie man den babst zu Rom abmalt,
On das der hals wird etwas grau Und die nas ist ganz dunkelblau. Gleich wie der strauß eisen zerbeist, So frist er alles was da gleist:
Die schneck mit ihrem heuselein, Die perl mit ihrem kleuselein, Die fisch und fröschlein algemein, Verdauet beide holz und stein,
Rürt doch nur die ober kinback, Dadurch geht alls wie in ein sack, Den man nimmer vermag zu füllen, Geb man gleich das mel mit der müllen.
Darum er oft in unserm land Beißkopf und Papper wird genant, Und sein fleisch ist so süß und wert, Wers einmal schmeckt, sein mer begert;
Hilft manchem verhungerten herrn, Den sonst die schwindsucht wolt verzern; Wechst aber wider on verzicht, Ein kleines wündlein irrt ihn nicht. –
Für der brust hat er ein altar, Wie Aaronis brustlatz war; Aber verhartet wie ein stein – Das herz wird vielleicht auch so sein.
Sein mantel ist ein hörnin nap, Seins ordens sonderliche kap, Um und um geziert mit schilden, Wie man die wappen pflegt zu bilden,
Sind von der großen fürsten pracht Wunderbarlich zusam gemacht. Darunter liegt er ganz verborgen, Verachtet all gefar on sorgen;
Und ob er gleich ungewiß stehet, Zu beiden seiten lumpen gehet, So streckt er sich doch aus ser weit, Wenn er spüret sein sicherheit,
Reißt und beißet alles hernider, Was er nur acht ihm sein zuwider. Wo aber kömt ein widerstand, Kreucht er unter die schild zu hand
Und lest nur weidlich auf sich springen, Weils ihm keinen schaden mag bringen. Es ist auch kein so starker man, Kein mantier, das ihn heben kan;
Doch ist ein list, die ihn noch krenkt Und seine große sterke fengt: Wenn er sicher schleft in der sonn, Das sein feuchter schild dürt davon,
So leßt sich der nicht tauchen nider Und in das mer verstecken wider, Darum scheuet er sonn und licht, Leßt sich daran betreten nicht.
Wenn man ihn auch an rücken streckt, Das ihn kein schildlein mer bedeckt, Sondern da schutzlos zappeln leßt: So ist gewonnen seine fest,
Er ist geschlagen und gefangen, Man mag ihn braten oder hangen. Sonst ist er mutig und verwegen, Von ser scharfsinnigen anschlegen,
Hat lang studieret auf hohen schulen, Helt kein ehestand, hat heimlich bulen, Legt sein eier in fremde nest, Des kukuks weis ist ihm die best.
Sein kunst lert er auch die schildpadden, So im gebruch und teichen waden, Kleiner sein und schlechter gestalt, Nicht haben so viel sterk und gewalt,
Aber einerlei glaub und leben. Den hat er fürstentum gegeben, Das sie bei ihm mechtig umtreten, Felschlich für ihren got anbeten,
Für aller stend vater erkanten, Den allerheiligsten Baba nanten. Dafür gan er ihn seinen namen Und hieß sie Beißköpf allesamen.
So kam alles wasser und land Unter des geizigen Beißkopfs hand. Das man aber one verdrieß Alles was er wolt nemen ließ
Und so mildiglich spickt den braten, Ist wol gemeint, übel geraten. Wir wolten gottes lob vermeren, Fiengen den teufel an zu eren;
Wir wolten reich und selig werden, Verloren gut und seel auf erden; Wolten freie leut bleiben schlecht, Wurden unwissend eigne knecht:
Wie denn oftmals der beste rat Den allerschlimsten ausgang hat, Das man mit schaden klüger wird. Das war der Unfal, der uns irrt."
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