Bald kamen der herolden zween, Ließen erst die blutfanen sehen; Die mücken kamen auch gezogen Ueber beide haufen geflogen,
Hatten große posaunen all Und bliesen drein mit großem schall. Das wetter schlug auch tapfer drein Mit dem donner und blitzesschein,
Welchs gar ein böses zeichen war Und den kriegern deut groß gefar. Wie sie aber waren so nahe, Das ein hauf den andern ersahe,
Tatn ein fußfall die meus gemein, Das got ja wolt ihr beistand sein. Darauf sie denn herr Zuckermund, Ihr priester, wol vertrösten kunt.
Derhalben er auch selber ritt Mit seinem schimmel in sein glied, Damit er nicht würde verklagt Und ausgerufen als verzagt. –
Der könig aber eigner person Fürt auf der sturmhauben sein kron Und sprengt mit seinem hengst hinan, Redet den hellen haufen an:
"Lieben held, lieben kriegesleut, Eur treu walt ihr bedenken beut, Den feind angreifen wie tapfer man, Der sieg uns gewiß nicht felen kan.
Got meins sons mord bezalen soll, Weil sie die straf verdienet wol. Habt nur wol in acht euer sach, Rücket mir fein nach algemach,
Bis das wir dem feind so nahe sein, Als einer würf mit einem stein. Denn setzt hernach mit aller macht Mit eim feldgeschrei, das es kracht.
Denn senkt zuerst die spieß zum stich, Denn hebt die bogen über sich, Schießt, doch nicht ehe, denn ihr mögt sehen Die gelen ring in augen stehen,
Gebt euch nicht bloß, halt fest zusamen, Laßt euch zur seit nicht übermannen! Doch das die schützen fein sich teilen, Zu sehn, das sie der feind nicht felen,
So wollen wir vom berg hinaben Mit gutem vorteil untertraben, Mit dem gewaltigen zulaufen Nicht allein trennen ihren haufen,
Wie ein sturmwind im dicken wald Mit großem krachen einher fallt, Sondern alsamt so gar erschrecken, Das man sie erschlüg mit eim stecken.
Ich will euch selbst füren die straßen Und leib und leben bei euch lassen, Odr nach dem sieg zu herren machen. Got hilft alzeit der grechten sachen!"
Sie riefen all: "Wir folgen gern, Wollen uns wie die helden weren!" – Die frösch taten dergleichen auch, Streckten sich auf den kalten bauch,
Baten, weil die meus aus hoffart Und böser teufelischer art Sie on ihr schuld wolten ermorden, Wie vom könig berichtet worden,
Wolt er als ein gerechter got Ihr unschuld behüten fürm tod, Seine creatur nicht verlassen, Sondern die reuber auf der straßen,
Die diebschn meus, schrecken und jagen, Das sie die all möchten erschlagen. Ihr pfarrer tröst sie unterwegen, Sprach ihnen absoluz und segen
Von einem hohen baum am rand, Dabei sie austraten aufs land; Mit gottesfurcht wars ihm kein scherz, Hat allein ein rein weißes herz.
Herr laubfrosch in seim grünen kleide Kroch darnach in ein hole weide, Darein wolt er die horas lesen, Bei schlegen deucht ihm nicht gut wesen.
Der könig abr, Bausback genant, Mit Grünrock seinem leutenant Und den befelichshabern mer Zog herum bei dem ganzen heer,
Sprach auch die krieger tapfer an. "Frisch auf", sprach er, "ihr lieben man, Und fasset einen heldenmut! Nun soln all sachen werden gut,
Ich hab kundschaft, das unser feind Genzlich und gar also gemeint, Das sie vornen wollen einrennen Und also unser ordnung trennen.
Darauf habt nun gar gute acht, Das ihrs, wie ich befolen, macht, Ihn fein locket zu unser see, Da soll ihn werden bange und we,
Wir wollen ihm das bad bereiten, Das er nicht lust hab, mer zu streiten. Bleibt aber still an eurem ort Und rücket nicht ein füßlein fort;
Wendet euch auch nicht gegn den wind, Daher die sonnenstralen sind, Sonst fellt pfeil und staub auf euch dar, Eur gesicht wird geblendet gar,
Sondern bleibt wie ihr itzund seid, Teilet euch nur fein in die breit, Und schlaget weidlich in den haufen, Das der schelmen keine entlaufen;
Ich will da zu der linken hand Mit meiner guardi halten stand, Damit ich euch fein mag entsetzen, Mein spieß der maus im rücken wetzen.
Sie ziehn da gleich zu uns heran; Nun haltet euch wie tapfer man! Keiner soll bleiben unbegabt, Der sich am feind nur weidlich wagt."
Sie riefen: "Jo, jeck, jick, jack, ja, Darum sind wir jetzt alle da!"
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