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Das II. capitel.

Georg Rollenhagen

Wer im krieg nicht hat rat und orden, Ist mererteils geschlagen worden. Darum ward hie fleißig bedacht, Wie man mit rat die ordnung macht,

Des volks verschont, allen vorteil Den feinden abdrüng in der eil, Das auch dem könig und der fan Den eid leistet ein jeder man.

Derhalben weil zuvor beschlossen, Man könt den fröschen reißen possen, Wenn man von berg herniederjagt Und die spieß tapfer an sie wagt,

Solt dazu erst den vortrab haben Mit den mutigen Schweizerknaben Der hauptman über die landsknecht, Milchramlecker, mit allem recht;

Denn er hat dem könig zu eren Des Friedlieben rat helfen weren. Darum zog er auf gar verwegen Mit seinem schild, helbard und degen.

Der knecht rüstung war auch dergleichen, Sie wolten den fröschen eins reichen. Herr Stölzer das hauptfenlein fürt Und schwangs herum wie sichs gebürt.

Es war aber im grünen feld Ein milchkübel wapen gestellt, Und darüber drei weiße kes Mit eim seltsamen reimgeles:

Hast lust dazu, so bschütz die kuhe; On vorgehend mühe ist selten ruhe! – Zu jeder seit sah man daneben Hie ein weiß, dort ein schwarzes schweben,

Auch andre mer blau und gestricht, Bemalt sonst mit alter geschicht. Das ihr einer zum wapen tregt Zwei stellhölzlein, kreuzweis gelegt,

Und darunter zwei ziegenkes, Der reim: In hoc signo vinces; Das holz gibt die sieghafte pfeil, Das mir ward mit gefar zu teil! –

Ein andr: zwei hendlein krum gebogen, Die sich um ein geldtasche zogen: Wer was wil haben hie auf erden, Greif zu, ehe dhend gebunden werden!

Die Spanier ließen diese fliegen Und hoften auch mit obzusiegen, Wenn sie schossen in großer eil Im ab- und zulauf ihre pfeil;

Denn die mantier daselbst on maßen Lieber katzen denn hasen fraßen Und ließen die rippen all liegen, Da könten sie bogen aus biegen.

Es war aber also gemeint, Das die schützen reizten den feind, Von dem see aufbrechten gar weit Und darnach sich teilten zur seit,

Das der könig durch ihre mitt Unversehens nem den anritt, Die feind denn mechtiglich angrif Und mit ihnen bergunter lief. –

Darum folget nach dem anzug Mit schwarzen reutern fürst Forklug Und der könig in der person. Des reichs fan mit der gülden kron

Und dreiköpfigen fledermaus Ward gefüret weit oben aus Für des königes leibguward. Darauf folgt die deutsche art

Der braunschweigischen hofeleut, Die warn vertröst auf reiche beut, Ihr oberster fürst Reismelsack Gedaucht ihm ein guter fürschlag.

Ein semmel, knackwurst und ein kann Hatten sie gemalt in der fan, Der reim: Nach einem guten trunk Wagt mancher held einen hohen sprung. –

Herzog Würstlieb war im nachtrab, Fürt die Pommern zun seiten ab Mit fürst Schinkenfraßen beistand Und vielen andern ungenant,

Mit Schluckbruder, der künen maus, Und ihrem fenrich Hans Saufaus. Auch Herr Mostwein mit seinen knaben Sahen so freundlich wie die raben,

Ihr wapen war ein birkenmeier, Ein schinken und neun ostereier, Der reim abr: Was hirsch, was hinde? Got er die sau mit ihrem kinde. –

Die Deutschen hielten sich zur recht, Zur linken französische knecht, Drei lilien waren im fenlein, Dabei ein han und dieser reim:

Zwei ding prangen frölich herein, Die lilj am wassr, der man beim wein. – Vornemlich gieng ein großer man Unter den Deutschen vornen an,

War Beißhart, der meus Hercules, Drum ich seiner ungern vergeß. Sein sturmhaub war ein hirschgestalt, Die er denn zuvor mit gewalt

Eim schröter von dem kopf gerissen, Das ghirn inwendig ausgebissen Und die hörner daran gelassen, Stand gar erschrecklich übermaßen.

Am leib trug er ein weiß hermlein Mit einem schwarzen schwenzelein, Und von eim hasenbein ein keul Gleich als ein marmelsteinen seul. –

Brockenfraß war nur seines gleichen, Der keinem maulwurf wolt entweichen Und all die frösch allein erschlagen, Als wir zuletzt noch werden sagen;

Denn er die ganze nacht gesessen, Ein ledern beutel durchgefressen Und den zum harnisch angetan, Der kopf muß zum bodem aus stan,

Die hend durch beide seiten griffen, Das die meus selber für ihm liefen, Wenn er sein halbe schell aufsatzt Und mit dem schlachtschwert hereinplatzt. –

Den folgt Stückeldieb ihr gesell, War nicht allein an füßen schnell, Sondern so stark in beiden henden, Das er sich brach durch alle wende,

Hat übrn hals bis zum elnbogen Ein rauhes schweinsor angezogen, Das der spitz unten niederhieng Und fast bis auf die fersen gieng,

Und auf dem heupt ein schuch vom schwein Unter dem hals verbunden fein, Sahe aus gleich als der wilde man, Der mit Bernern zu streiten kam

Und wolt ganz unbeweret gehen, Mit bloßer faust den feind bestehen. Zu aller zeit im hinterhalt Waren die Walen all bestalt,

Fürten im fenlein einen kranz, Als die megdlein brauchen am tanz, In der mitten ein herz mit oren, Als an kappen tragen die toren.

Der reim: Um schöner megdlein kranz Mein herz im scherz wagt eine schanz. Zogen sie nach einander an Mer denn zehn hundert tausend man,

Als von Serah geschrieben wird, Als Xerxes und der Totla fürt, Damit die ganze Welt zu fangen, Obs gleich nach ihrem wunsch nicht gangen.

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