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1637

Danklied

Johann Rist

Herr Jesu Christ, Mein Trost und Licht, Ich dancke dir von Hertzen, Daß du Mich hast verstossen nicht, Als Mich der Sünden Schmertzen

Gequählet aus der mahssen hart Durch Satan, der als wiederpart Nicht lässet mit sich schertzen. Du hast gehöret Meine Beicht

Und gnädig Mir vergeben Die Sünde, die so schwerlich weicht Von uns im gantzen Leben: Du hast an deinen Knecht gedacht,

Den nunmehr deiner Libe Macht Zum Himmel wil erheben. Du niebeflektes Gottes Lamm Bist ja für Mich gestorben;

Ach Du Mein Seelen-Bräutigam Hast selber Mir erworben Durch deinen Tod die Seligkeit. Dir dank' Ich, daß ich so befreit

Bleib' ewig unverdorben. Herr, gib Mir deinen guhten Geist, Das der Mich unterrichte, Was solche Lib und wolthat heist,

Damit Ich Mich verpflichte, Zu preisen Dich mit Hand und Mund', Auch Dir aus Meines Hertzen Grund' Hier vor ein Dancklied dichte.

Herr, laß Mich alle Sünd' und Schand' Hinführo gantz ablegen Und thun den Lüsten Widerstand, Die Mich von deinen Wegen

Oft führen auf den Sündenpfad. Ich weis, wie Jede Missethat Vertreibt des höchsten Segen! Steur endlich Meinem Fleisch' und Bluht

Und laß Mich deinen Willen, Der alles Mir zum besten thut, Gehohrsamlich erfüllen. Mein Seelichen flieg' Himmel an,

Da weiß Ich, das Ich freüdig kan All Mein Verlangen stillen. Herr Jesu, laß Mich Dich allein Stets suchen und bald finden,

Laß Mich der Welt entrissen sein, So kan Ich recht verbinden Mein Hertz mit Dir und alle Noht, Welt, Sünde, Teuffel, Höll' und Tod

Gantz siegreich überwinden.

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