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1637

Beschluß-Lied

Johann Rist

Abermahl ist Eins dahin Von der Zeiten Anbeginn', Abermahl ist dieses Jahr Wie wir selber wandelbahr,

Es ist nunmehr alt und kalt; Höret, wie die Zeitung bald Von dem Neüen Jahr' erschallt! Gott sei Lob, daß abermahl

Eins dahin ist von der Zahl Unsrer Jahre, die wir sehn Schneller als den Rauch vergehn, Da von unsrer Pilgrimschafft

Aber eins ist hingerafft Durch so schneller Zeiten Krafft. Herr, wie groß ist deine Güht'! Ach wie from ist dein Gemüht'!

Hast du doch zu Tag' und Nacht Dieses Jahr an uns gedacht, Da doch wir, nur Staub und Koht, Nichts verdienet als den Tod,

Ja so gahr der Höllen Noht. Herr, dein Nachtmahl, Tauff und Wohrt Hast du noch an unserm Ohrt Rein erhalten und dazu

Den gewünschten Fried' und Ruh' Uns so mildiglich beschert; Ja was unser Hertz begehrt, Hast du reichlich uns gewehrt.

Billig sagen wir dir Dank Für die Kleidung, Speis' und Trank, Für Gesundheit, Ehr' und Guht. Lob sei dir, daß auch die Gluht

Noch das Wasser noch der Wind Uns, die wir so sträfflich sind, Nicht verderbt so gahr geschwind. Zwahr du hast uns lassen sehn,

Was den Sündern muß geschehn; Aber deine Güht' und Treü War doch alle Morgen neü. Ach regir' uns Hertz und Sinn,

Daß wir itz zum Anbeginn' Alle Bößheit legen hin! Guhte Nacht, vergangnes Jahr Samt der Trübsahl und Gefahr;

Guhte Nacht, du Sündenkleid: Dekke Mich, O Frömmigkeit. Süsser Jesu, führe Mich Zu dem Neüen gnädiglich,

Daß Ich lieb' und lobe dich.

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