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1637

Andächtiges Lied

Johann Rist

Herr Jesu Christ, Der selbst du bist Sehr weit ümher gezogen, Ja welches Hand

Gemacht das Land, Dazu die Wasserwogen: Du bist der Mann, Der schaffen kan,

Daß wir auff rechten Wegen Fein friedlich gehn Und nimmer sehn, Was uns kan Angst erregen

Sieh', Herr, Ich bin Bedacht, dahin In deiner Furcht zu reisen. Du wollest Mir

Doch für und für Die sichre Strasse weisen. Gib Glük und Heil, Daß Ich in Eil

Die Reise vollenbringe Und Mir Mein Werk Durch deine Stärk', O Vatter, wolgelinge!

Laß Mich doch heut', HERR, solche Leut' Auch zu Gefehrten haben, Die fromm, gelind,

Treü, redlich sind Und sonst von guhten Gaben. Dein' Engelein Laß mit uns sein,

Auf daß wir sicher gehen Und unser Land In guhtem Stand' Hernachmahls wiedrüm sehen.

HERR, lehr' uns auch, Daß den Gebrauch Des Reisens wir im Leben Verstehen recht

Als fromme Knecht' Und nach dem Himmel streben! Laß uns doch nun Wie Pilger thun,

Des Fleisches Lüste meiden Und stets durch dich Gedultiglich Noht, Angst und Trübsahl leiden.

Es komt der Tag, Da wir mit Klag' Aus dieser Welt auch reisen Und in der Klufft

Ohn' alle Lufft Die Schlanken Würmer speisen. Doch fährt die Seel' Aus dieser Höhl'

Hinauff ins Reich der Freüden, Da keine Noht, Gewalt noch Tod Uns kan von Jesu scheiden.

Da darff Ich nicht Ohn' einigs Licht Wie hier bei Nacht' oft wallen; O süsser Ohrt,

Wo fohrt und fohrt Mein Danklied sol erschallen!

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