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1908

Wäsche

Joachim Ringelnatz

Wäsche ist von des Menschen Umäußerung Das Innerste, also das Feinste, Und sollte immer das Reinste Sein, wie im Menschen selber die Seele.

Was immer ihr fehle, Die Sauberkeit fehle ihr nie. Und schön und schöner, wenn außerdem sie Noch Wohlgeschmack, einen freien Geist

Und das Verständnis für neueste Zeit Und für die Gesetze der Ewigkeit Beweist. – Wie doch die innersten Blättchen der Blüten

Die innigsten sind. – Wäsche sollst du wie dein Gewissen Und wie dein Kind Peinlich pflegen und zärtlich behüten.

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Wäsche · Joachim Ringelnatz · Poetry Cove