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1908

Rheinkähne

Joachim Ringelnatz

Den Rhein durchgleiten die großen Kähne. Breit und flach. Es sitzen zwei Badehosen Auf dem hintersten Dach.

In diesen Hosen stecken Zwei Männer, nackt und braun. Die lieben das Tempo der Schnecken Und schimpfen auf ihre Fraun.

Und mustern die fremden Weiber, Die strandlängs promeniern. Glauben doch oft nackte Leiber, Daß sie an sich imponieren.

Wie ausgetretene Schuhe Sind diese Kähne. Hat jeder Kahn Solch friedlich häusliche Ruhe, Hat keiner das Getue

Der preußischen Eisenbahn. In jedem Kinderwagen Am Strande rollt ein Kind. Keins dieser Kinder wird fragen,

Was Schleppkähne sind.

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Rheinkähne · Joachim Ringelnatz · Poetry Cove