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1908

Gruß an Junkers

Joachim Ringelnatz

Ich kenne den Herrn Junkers nicht. Mag es auch schmeichlerisch klingen, Ich widme ihm dennoch dies Gedicht, Beschwingt von seinen Schwingen.

Aus meiner Laune steigt es frei, Entflogen, nicht entwachsen. Es reimt sich Kriecher- und Fliegerei Nicht einmal gut in Sachsen.

Ich bin mit Junkers' Maschinen schon Oft über die Lande geflogen, Hab meinen Tages- und Wochenlohn Darüber oft weit überzogen,

Sprach immer zu mir zuvor: „Überleg's Dir!“ – Aber flog doch auf gehimmelt Durch Wetter und Wolken. Und fand unterwegs Ein Glück, das unten verschimmelt.

Ich stehe nun – scheint's mir – auf gleichem Fuß Mit den Möwen, Adlern und Schwalben. Ich sende Herrn Junkers meinen Gruß Und komme ihm zweimal einen Halben.

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