Skip to content
1908

Ferngruß von Bett zu Bett

Joachim Ringelnatz

Wie ich bei dir gelegen Habe im Bett, weißt du es noch? Weißt du noch, wie verwegen Die Lust uns stand? Und wie es roch?

Und all die seidenen Kissen Gehörten deinem Mann. Doch uns schlug kein Gewissen. Gott weiß, wie redlich untreu

Man sein kann. Weißt du noch, wie wir's trieben, Was nie geschildert werden darf? Heiß, frei, besoffen, fromm und scharf.

Weißt du, daß wir uns liebten? Und noch lieben? Man liebt nicht oft in solcher Weise. Wie fühlvoll hat dein spitzer Hund bewacht.

Ja unser Glück war ganz und rasch und leise. Nun bist du fern. Gute Nacht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Ferngruß von Bett zu Bett · Joachim Ringelnatz · Poetry Cove