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1908

Aus der Kundenkunde

Joachim Ringelnatz

Die Kunden kommen und gehn, Großeltern, Eltern und Kind. Doch wenn es schlimme sind, Dann bleiben sie lange stehn;

Die Sekundenkunden Sind noch nicht erfunden. Die Kunden kaufen und zahlen, Doch manche wollen nur Waren besehn,

Sich orientieren. Man nennt sie „Sehleute“ und „Orientalen“; Der fleißige Kaufmann kennt sie. Es stottern und feilschen die Kunden

Und schwatzen und lassen sich stunden. Und stehlen sogar. Dagegen stiehlt nie Die aristokratische Kleptomanie. Der lockere Kunde von Beruf

Hat meistens einen Pferdehuf. Wer seinen Kunden kündigt Und meint, es ginge so: allein, Selber sein eigener Kunde zu sein,

Der wird leicht vom Schicksal entmündigt.

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