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1908

An Alfred Schloßhauer

Joachim Ringelnatz

Lieber Alfred Schloßhauer, Du wußtest nie, was in mir um Dich warb. Ich sah Dich einst in tiefster stiller Trauer Um einen Freund, der Dir entstarb.

Was rauh und stacheldrähtig uns verband, Verlegner Witz und scheuer Stichelscherz, Ich sah Lücken darin, doch hinter Lücken Herz. Und hinterm Herzen weites offnes Land.

Weil Du mir so im Innersten gefällst, Bitte ich Dich – doch prüfe dieses kühl –: Bewahre mir ein Stück von dem Gefühl, Was jenem Freund Du schenktest und behältst.

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