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1900

Sappho an Alkaïos

Rainer Maria Rilke

Und was hättest du mir denn zu sagen, und was gehst du meine Seele an, wenn sich deine Augen niederschlagen vor dem nahen Nichtgesagten? Mann,

sieh, uns hat das Sagen dieser Dinge hingerissen und bis in den Ruhm. Wenn ich denke: unter euch verginge dürftig unser süßes Mädchentum,

welches wir, ich Wissende und jene mit mir Wissenden, vom Gott bewacht, trugen unberührt, daß Mytilene wie ein Apfelgarten in der Nacht

duftete vom Wachsen unsrer Brüste –. Ja, auch dieser Brüste, die du nicht wähltest wie zu Fruchtgewinden, Freier mit dem weggesenkten Angesicht.

Geh und laß mich, daß zu meiner Leier komme, was du abhältst: alles steht. Dieser Gott ist nicht der Beistand Zweier, aber wenn er durch den Einen geht

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