Skip to content
1900

Sankt Sebastian

Rainer Maria Rilke

Wie ein Liegender so steht er; ganz hingehalten von dem großen Willen. Weitentrückt wie Mütter, wenn sie stillen, und in sich gebunden wie ein Kranz.

Und die Pfeile kommen: jetzt und jetzt und als sprängen sie aus seinen Lenden, eisern bebend mit den freien Enden. Doch er lächelt dunkel, unverletzt.

Einmal nur wird seine Trauer groß, und die Augen liegen schmerzlich bloß, bis sie etwas leugnen, wie Geringes, und als ließen sie verächtlich los

die Vernichter eines schönen Dinges.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Sankt Sebastian · Rainer Maria Rilke · Poetry Cove