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1900

Lied vom Meer

Rainer Maria Rilke

Uraltes Wehn vom Meer, Meerwind bei Nacht: du kommst zu keinem her; wenn einer wacht,

so muß er sehn, wie er dich übersteht: uraltes Wehn vom Meer welches weht

nur wie für Ur-Gestein, lauter Raum reißend von weit herein... O wie fühlt dich ein

treibender Feigenbaum oben im Mondschein.

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Lied vom Meer · Rainer Maria Rilke · Poetry Cove