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1900

Gebet

Rainer Maria Rilke

Nacht, stille Nacht, in die verwoben sind ganz weiße Dinge, rote, bunte Dinge, verstreute Farben, die erhoben sind zu Einem Dunkel Einer Stille, – bringe

doch mich auch in Beziehung zu dem Vielen, das du erwirbst und überredest. Spielen denn meine Sinne noch zu sehr mit Licht? Würde sich denn mein Angesicht

noch immer störend von den Gegenständen abheben? Urteile nach meinen Händen: Liegen sie nicht wie Werkzeug da und Ding? Ist nicht der Ring selbst schlicht

an meiner Hand, und liegt das Licht nicht ganz so, voll Vertrauen, über ihnen, – als ob sie Wege wären, die, beschienen, nicht anders sich verzweigen, als im Dunkel?...

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