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1900

Die Stille

Rainer Maria Rilke

Hörst du, Geliebte, ich hebe die Hände – hörst du: es rauscht... Welche Gebärde der Einsamen fände sich nicht von vielen Dingen belauscht?

Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider, und auch das ist Geräusch bis zu dir. Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder...... ... aber warum bist du nicht hier.

Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung bleibt in der seidenen Stille sichtbar; unvernichtbar drückt die geringste Erregung in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.

Auf meinen Atemzügen heben und senken die Sterne sich. Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke, und ich erkenne die Handgelenke

entfernter Engel. Nur die ich denke: Dich seh ich nicht.

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Die Stille · Rainer Maria Rilke · Poetry Cove