Skip to content
1900

Die Sonnenuhr

Rainer Maria Rilke

Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule aus dem Gartenschatten, wo einander Tropfen fallen hören und ein Wander- vogel lautet, zu der Säule,

die in Majoran und Koriander steht und Sommerstunden zeigt; nur sobald die Dame (der ein Diener nachfolgt) in dem hellen Florentiner

über ihren Rand sich neigt, wird sie schattig und verschweigt –. Oder wenn ein sommerlicher Regen aufkommt aus dem wogenden Bewegen

hoher Kronen, hat sie eine Pause; denn sie weiß die Zeit nicht auszudrücken, die dann in den Frucht- und Blumenstücken plötzlich glüht im weißen Gartenhause.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Sonnenuhr · Rainer Maria Rilke · Poetry Cove