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1900

Der Engel

Rainer Maria Rilke

Mit einem Neigen seiner Stirne weist er weit von sich was einschränkt und verpflichtet; denn durch sein Herz geht riesig aufgerichtet das ewig Kommende das kreist.

Die tiefen Himmel stehn ihm voll Gestalten, und jede kann ihm rufen: komm, erkenn –. Gieb seinen leichten Händen nichts zu halten aus deinem Lastenden. Sie kämen denn

bei Nacht zu dir, dich ringender zu prüfen, und gingen wie Erzürnte durch das Haus und griffen dich als ob sie dich erschüfen und brächen dich aus deiner Form heraus.

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Der Engel · Rainer Maria Rilke · Poetry Cove