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1900

2.

Rainer Maria Rilke

Was aber spiegelt mit den tausend Scheiben das Kirchenfenster in den Hof hinein, darin sich Schweigen, Schein und Widerschein vermischen, trinken, trüben, übertreiben,

phantastisch alternd wie ein alter Wein. Dort legt sich, keiner weiß von welcher Seite, Außen auf Inneres und Ewigkeit auf Immer-Hingehn, Weite über Weite,

erblindend, finster, unbenutzt, verbleit. Dort bleibt, unter dem schwankenden Dekor des Sommertags, das Graue alter Winter: als stünde regungslos ein sanftgesinnter

langmütig lange Wartender dahinter und eine weinend Wartende davor.

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