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1827

[Wie lieblich ist der Sonne Schein]

Friedrich Rückert

Wie lieblich ist der Sonne Schein, Wie lau der Lüfte Flut! Wie könnt' ein Herz nun fröhlich sein, Das hätte Freudenmuth.

Mein Herz, und hätt' es Freudenmuth, So sollt' es fröhlich sein; Es dringt der Sonne Liebesglut So schmeichelnd auf mich ein.

Du dringst auf mich vergebens ein Mit deiner Liebesglut; Ich soll und darf nicht fröhlich sein, So leid es auch mir thut.

Ich kann, so leid es auch mir thut, Und mag nicht fröhlich sein; O Sonne, wenn du's meinest gut, So lade mich nicht ein!

O Sonne, lade mich nicht ein, Du meinest es so gut, Allein du weckest nur die Pein, Die mir im Herzen ruht.

Die Pein, die mir im Herzen ruht, Erweckst du diese Pein, So wird kein andres frohes Blut An dir heut' fröhlich sein.

Doch laß mit dir heut fröhlich sein Nur jedes frohe Blut, Und mich im Dunkeln laß allein Ausbrüten diese Brut.

Ausbrüten diese Schmerzensbrut In Schmerzen ganz allein, Mir hilft dazu nicht laue Flut Von Luft und Sonnenschein.

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