Skip to content
1827

Weltnot und eigne

Friedrich Rückert

Wer die Weltnot heilen will, Thu', was ich ihm gern erlaube, Meine eigne muß ich still Heilen mit dem Saft der Traube.

Glaubet mir, es ist kein Rat, All den Jammer zu ertragen, Als mit Trinken früh und spat Ihn sich aus dem Kopf zu schlagen.

Sieh beständig in dein Glas, Weiter gibt's kein Glück auf Erden. Als ich in den Sternen las, Fand ich dort auch nur Beschwerden.

Das ist meine größte Klage, Daß ein Liebchen mir geworden, Das, um ab des Lebens Plage Mir zu nehmen, mich will morden.

Schämen solltest du dich doch, Auch der schlechten Welt zu gleichen. Floh ich nicht zu deinem Joch, Um dem ihren zu entweichen?

Komm und laß in deinen Blicken Mich den Himmel offen sehn, In dem Becher deiner Lippen Trinkend selig untergehn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Weltnot und eigne · Friedrich Rückert · Poetry Cove