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1827

[Trost für Winterfrost]

Friedrich Rückert

Trost für Winterfrost, Mai, bringst du herbei; Roth läßt dein Gebot Blühn die Blum aus Grün;

Und durch Vogelmund Thust du jeder Brust Lust und Freude kund. Doch mein Sinn steht noch

Nicht auf Freudenlicht, Ganz ist Blumenglanz Hier zuwider mir; Pein auch mir allein

Drang durch Vogelsang Bang ins Herz mir ein. Wann vom Winterbann Frei mein Herz, o Mai,

Soll und freudenvoll Sein bei deinem Schein; Richt' hieher dein Licht, Mach, was schläft, hier wach!

Ach, das kannst du nicht. Geh' nur hin und weh' Um dies Heiligthum, Luft, um diese Gruft!

Hall', o Vogelschall, Lind im Frühlingswind! Rief ich doch, und schlief Tief und fest mein Kind.

Rief ich und es schlief Taub vor mir im Staub, Wind, so weckt geschwind Auch es nicht dein Hauch.

Still und leise schwill', Nah' nicht stürmisch ja, Da es schlafen will!

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