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1827

[Sie haben dir die Augen]

Friedrich Rückert

Sie haben dir die Augen Vergessen zu schließen, Die nun nicht ferner taugen Mein Licht zu ergießen.

Doch nütz' ich ihre Fehle Und sehe noch immer Im Auge meiner Seele Von Seel' einen Schimmer.

Wie hinter Fensterscheiben Sein Liebchen gesehen Ein Liebender, es bleiben Die Züg' ihm da stehen.

Er glaubet süß betreten Zu seh'n sie noch immer, Wenn sie zurückgetreten Schon längst in das Zimmer.

So scheint mich noch die Seele Vom Auge zu grüßen, Wie längst das Leben fehle Von Haupte zu Füßen.

Vielleicht, eh' ganz sie räumte Das Haus, das zu schwache, Daß sie noch einmal säumte Im schönsten Gemache;

Daraus noch einmal blickte Ins irdische Leben, Eh' sie den Flug beschickte Um höher zu schweben.

Und ist's nicht drin die deine, Die Seele, die strahlet, So mag es sein die meine, Im Spiegel gemalet.

Solange noch beseelet Ein schmerzliches Brennen Dein dunkles Aug', entseelet Nicht kann ich dich nennen.

Solange mich beseelet Mit Schmerzen das Brennen Des dunkeln Augs, entseelet Wie kann ich dich nennen?

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