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1827

[Hat von allen Lächeln]

Friedrich Rückert

Hat von allen Lächeln Sich verhalten keines? Hat sich von so vielen Lächeln nicht ein kleines

Zwischen Erd' und Himmel Hier verhalten? Eines Nur von all' den Lächeln, Die du einst, mein feines

Pärchen, hier gelächelt, O du Lächelreines! Keines in den Rosen Dieses Rosenhaines?

Keines in den Nelken Dieses Nelkenraines? Keines unterm Laube Dieses Laubvereines?

In Gestalt des Sonnen- Oder Mondenscheines, Oder auf den Blumen Des Thau-Edelsteines?

All' die tausend Lächeln, Tausend Freuden meines Auges, die zur einz'gen Quelle hatten deines,

Strömten aus der Quelle So vollauf, daß seines Antheils Fern und Nahes Froh ward wie voll Weines;

Rings ein Meer von Lächeln War ein allgemeines. Kann ein Meer verschwinden Wie ein Bild des Scheines?

Ach, das Meer des Lächelns Schwand, und ich bewein' es. Eurem Aug' entfloß es, Euer Aug' zog ein es,

Und mit ihm versiegt ist's In des finstern Schreines Tiefen, wie im öden Sand die Fluth des Rheines.

Seit mich Sterne mahnen Eures Leichensteines, Und die Blumen eures Modernden Gebeines,

Hat von allen Lächeln Sich verhalten keines.

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